PQC Migration Roadmap: How to Build One and Where to Start
02. Juli 2026
ArtikelBuild a funded post-quantum migration roadmap: inventory crypto, rank business impact and sequence algorithm change without freezing delivery.
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ML-DSA-Zertifikate erklärt: Grössen nach FIPS 204, SLH-DSA, hybride Zertifikate, RFC 9881 und ein Migrationspfad zur Post-Quanten-Zertifizierungsstelle.
ML-DSA-Zertifikate sind X.509-Zertifikate, deren öffentlicher Schlüssel und Signatur ML-DSA verwenden, den Module-Lattice-Based Digital Signature Algorithm, den NIST im August 2024 in FIPS 204 standardisiert hat. Sie ersetzen RSA- und ECDSA-Signaturen, die ein ausreichend grosser Quantencomputer fälschen könnte, durch ein Signaturverfahren, das Quantenangriffen widerstehen soll. Wie ML-DSA in X.509-Zertifikaten kodiert wird, hat die IETF in RFC 9881 (Oktober 2025) festgelegt.
Für ein Sicherheitsteam lautet die Frage nicht mehr, ob eine PKI auf Post-Quanten-Signaturen umgestellt wird, sondern wo man beginnt und in welcher Reihenfolge. Öffentliches TLS ist noch nicht so weit: Stand Oktober 2026 hat das CA/Browser Forum keinen Ballot verabschiedet, der ML-DSA in öffentlich vertrauenswürdigen TLS-Zertifikaten zulässt. Bei einer privaten PKI sieht es anders aus. Wenn Sie die CA selbst betreiben und sowohl den Aussteller als auch die vertrauenden Parteien kontrollieren, können Sie schon jetzt eine Post-Quanten-Zertifizierungsstelle aufbauen und testen.
Dieser Leitfaden erklärt, was ML-DSA und SLH-DSA sind, wie stark Zertifikatsketten tatsächlich wachsen, wo die IETF-Standards stehen, wann hybride (Composite-)Zertifikate reinen Post-Quanten-Zertifikaten vorzuziehen sind, und beschreibt Schritt für Schritt einen Migrationspfad für eine private CA-Hierarchie.
Verschlüsselung und Signaturen sind unterschiedlichen Quantenrisiken ausgesetzt. Verschlüsselter Datenverkehr lässt sich heute aufzeichnen und später entschlüsseln (store now, decrypt later); deshalb wurde zuerst der Schlüsselaustausch umgestellt. Signaturen werden im Moment der Verwendung geprüft, eine gefälschte Signatur spielt also erst dann eine Rolle, wenn jemand tatsächlich eine fälschen kann. Das klingt nach mehr Zeit, doch die PKI hat die längsten Vorlaufzeiten in der gesamten Kryptografie:
Eine PKI-Migration beginnt daher an der Spitze der Hierarchie und bei der Verteilung des Vertrauens, lange bevor sich das letzte Endzertifikat ändert. Aufsichtsbehörden erwarten einen Plan; für Schweizer Banken siehe die Post-Quanten-Migration nach FINMA 05/2026.
NIST hat beide Standards am 13. August 2024 veröffentlicht:
FIPS 204 definiert drei Parametersätze. Grössen in Bytes gemäss FIPS 204, Tabelle 2; Sicherheitskategorien gemäss Abschnitt 4.
| Parametersatz | NIST-Sicherheitskategorie | Öffentlicher Schlüssel | Privater Schlüssel | Signatur |
|---|---|---|---|---|
| ML-DSA-44 | 2 | 1312 | 2560 | 2420 |
| ML-DSA-65 | 3 | 1952 | 4032 | 3309 |
| ML-DSA-87 | 5 | 2592 | 4896 | 4627 |
FIPS 204 drückt die Stärke nicht als «128 Bit Sicherheit» aus. Jede Kategorie bedeutet, dass das Brechen des Parametersatzes mindestens die Ressourcen erfordert, die zum Brechen einer Referenz-Blockchiffre oder -Hashfunktion nötig sind. In der Praxis ist ML-DSA-65 ein gängiger Standard für CA- und Serverzertifikate, ML-DSA-87 für Roots und Einsätze mit hohen Sicherheitsanforderungen und ML-DSA-44 dort, wo die Grösse am meisten zählt.
SLH-DSA stützt sich ausschliesslich auf die Sicherheit von Hashfunktionen, eine konservative Annahme, die von der Gittermathematik hinter ML-DSA unabhängig ist. FIPS 205 genehmigt 12 Parametersätze, jeweils mit SHA-2 oder SHAKE instanziiert. Das Suffix zeigt den Kompromiss an: «s»-Sätze sind auf relativ kleine Signaturen ausgelegt, «f»-Sätze auf relativ schnelle Signaturerzeugung.
| Parametersatz (SHA2 oder SHAKE) | Sicherheitskategorie | Öffentlicher Schlüssel | Signatur |
|---|---|---|---|
| SLH-DSA-128s | 1 | 32 | 7856 |
| SLH-DSA-128f | 1 | 32 | 17'088 |
| SLH-DSA-192s | 3 | 48 | 16'224 |
| SLH-DSA-192f | 3 | 48 | 35'664 |
| SLH-DSA-256s | 5 | 64 | 29'792 |
| SLH-DSA-256f | 5 | 64 | 49'856 |
Die öffentlichen Schlüssel sind winzig, die Signaturen gross, und das Signieren ist im Vergleich zu ML-DSA langsam. Damit eignet sich SLH-DSA für Roots und andere Schlüssel, die selten signieren und lange halten müssen, und schlecht für TLS-Endzertifikate, die bei jedem Handshake signieren.
| ML-DSA (FIPS 204) | SLH-DSA (FIPS 205) | |
|---|---|---|
| Sicherheitsgrundlage | Modulgitter | Ausschliesslich Hashfunktionen |
| Öffentlicher Schlüssel | 1,3 bis 2,6 KB | 32 bis 64 Bytes |
| Signatur | 2,4 bis 4,6 KB | 7,9 bis 49,9 KB |
| Signiergeschwindigkeit | Schnell | Langsam («s») bis mittel («f») |
| Typische Rolle in der PKI | Intermediates, Endzertifikate, auch Roots | Langlebige Roots, Firmware, Absicherung durch Diversität |
| X.509-Kodierung | RFC 9881 | RFC 9909 |
Ein X.509-Zertifikat enthält den öffentlichen Schlüssel des Subjekts und die Signatur des Ausstellers. Mit ECDSA P-256 bewegen sich beide im Bereich von einigen Dutzend Bytes. Mit ML-DSA werden sie in Kilobytes gemessen.
Nach den Grössen aus FIPS 204 enthält ein ML-DSA-65-Zertifikat, das von einem ML-DSA-65-Aussteller signiert wurde, 1952 + 3309 = 5261 Bytes an Schlüssel- und Signaturmaterial, noch vor Namen oder Erweiterungen. In einem TLS-1.3-Handshake sendet der Server in der Regel sein Endzertifikat und das Intermediate-Zertifikat sowie eine CertificateVerify-Signatur. Eine durchgehende ML-DSA-65-Kette fügt damit ungefähr Folgendes hinzu:
| Element des Handshakes | Bytes mit ML-DSA-65 |
|---|---|
| Endzertifikat: öffentlicher Schlüssel + Signatur des Intermediates | 5261 |
| Intermediate: öffentlicher Schlüssel + Signatur der Root | 5261 |
| CertificateVerify-Signatur | 3309 |
| Kryptografisches Material insgesamt | 13'831 |
Was das in der Praxis bedeutet:
Planen Sie die Erneuerungsseite mit dem ACME-Automatisierungsleitfaden für private CAs und dem Zeitplan zur 47-Tage-Laufzeit von TLS-Zertifikaten: Kürzere Laufzeiten und grössere Zertifikate drängen beide zu einer vollständig automatisierten Ausstellung.
| Element | Dokument | Status (15. Oktober 2026) |
|---|---|---|
| ML-DSA-Algorithmus | NIST FIPS 204 | Final, 13. August 2024 |
| SLH-DSA-Algorithmus | NIST FIPS 205 | Final, 13. August 2024 |
| ML-DSA in X.509 | RFC 9881, "Internet X.509 PKI: Algorithm Identifiers for ML-DSA" | Proposed Standard, Oktober 2025 |
| SLH-DSA in X.509 | RFC 9909, "Internet X.509 PKI: Algorithm Identifiers for SLH-DSA" | Proposed Standard, Dezember 2025 |
| Composite ML-DSA | draft-ietf-lamps-pq-composite-sigs-19 | Internet-Draft, bei der IESG eingereicht, in der Warteschlange des RFC Editor; noch kein RFC |
| PQC in S/MIME | CA/B Forum Ballot SMC013 | Verabschiedet am 22. August 2025 (ML-DSA und ML-KEM, nicht hybrid) |
| PQC in öffentlichem TLS | CA/B-Forum-Ballot «Allow ML-DSA» | Wird in der Server Certificate Working Group noch ausgearbeitet; nicht verabschiedet |
Der Composite-Entwurf definiert 18 Kombinationen von ML-DSA mit einem klassischen Algorithmus, zum Beispiel id-MLDSA65-ECDSA-P256-SHA512 und id-MLDSA87-ECDSA-P384-SHA512. Eine Composite-Signatur ist nur gültig, wenn jede Teilsignatur verifiziert werden kann; ein Angreifer müsste also beide Algorithmen brechen. Bis der RFC veröffentlicht ist, können sich OIDs und Kodierungen noch ändern. Setzen Sie Composite-Zertifikate deshalb nur in Tests oder privat ein und verfolgen Sie den finalen RFC.
Öffentliches TLS. Die Server Certificate Working Group des CA/Browser Forum arbeitet spätestens seit Frühjahr 2026 an einem Ballot «Allow ML-DSA». Das Protokoll vom Mai 2026 hält offene Fragen zur Kapazität der Certificate-Transparency-Logs fest sowie die Frage, ob klassische X.509-Zertifikate überhaupt Teil des Post-Quanten-Übergangs sein werden; erwähnt wurden auch Merkle Tree Certificates. Laut dem Protokoll vom August 2026 wird die Arbeit an einem kombinierten Ballot fortgesetzt. Auf der Ballot-Liste des Forums erscheint kein ML-DSA-Ballot. Dasselbe Protokoll vom Mai hält fest, dass die Unterstützung von ML-DSA-Vertrauensankern für private PKI in TLS 1.3 mit Chrome 150 ausgeliefert wird.
Eine private (interne) CA ist der Ort, an dem Post-Quanten-Zertifikate heute einsetzbar sind, und zwar aus drei Gründen:
Typische erste Kandidaten: mTLS zwischen Services innerhalb von Kubernetes, interne APIs, VPN und Geräteidentitäten, bei denen Sie den Client ausliefern, sowie Code- oder Firmware-Signierung mit eigenem Verifier. Belassen Sie öffentlich erreichbare Websites auf klassischen Zertifikaten öffentlicher CAs, bis sich die WebPKI-Regeln ändern. Läuft Ihre interne PKI auf Active Directory Certificate Services, prüfen Sie deren bekannte Einschränkungen (siehe Verwandte Ressourcen), bevor Sie darauf eine PQC-Hierarchie planen.
Hybride Zertifikate kombinieren einen Post-Quanten- und einen klassischen Algorithmus, sodass das Ergebnis sicher bleibt, solange einer der beiden hält. Der in IETF LAMPS standardisierte Ansatz ist das Composite-Zertifikat: ein Zertifikat mit einem zusammengesetzten öffentlichen Schlüssel und einer zusammengesetzten Signatur (zum Beispiel ML-DSA-65 + ECDSA P-256). Die Alternative sind parallele Ketten: eine klassische und eine reine PQC-Kette nebeneinander, wobei jeder Client diejenige verwendet, die er versteht.
| Situation | Empfohlene Wahl | Begründung |
|---|---|---|
| Sie kontrollieren Aussteller und alle vertrauenden Parteien, alle mit PQC-fähigen Bibliotheken | Reines ML-DSA | Kleinster PQC-Footprint, standardisiert in RFC 9881, keine Abhängigkeit von einem Entwurf |
| Langlebige Root, die selten signiert und einen Bruch der Gitterverfahren überstehen muss | Root mit SLH-DSA (oder ML-DSA-87) | Sicherheitsannahme beruht nur auf Hashfunktionen, winziger öffentlicher Schlüssel |
| Gemischte Umgebung: einige vertrauende Parteien sind rein klassisch | Parallele klassische + PQC-Ketten | Jeder Client validiert die Kette, die er versteht; kein Client sieht einen unbekannten Algorithmus |
| Aufsicht oder Richtlinie verlangen während des Übergangs einen klassischen Algorithmus neben PQC | Composite (hybrid) | Beide Signaturen müssen verifiziert werden, Schutz gegen eine Schwäche in einem der Algorithmen |
| Sie wollen sich gegen Implementierungsfehler in neuem PQC-Code absichern | Composite (hybrid) | Eine fehlerhafte ML-DSA-Implementierung allein bricht die Signatur nicht |
| Öffentlich erreichbares TLS für Browser | Klassisch (vorerst) | Noch erlaubt kein CA/B-Forum-Ballot ML-DSA in öffentlichen TLS-Zertifikaten |
Zwei Punkte werden oft übersehen. Ein Composite-Zertifikat ist für einen rein klassischen Client nicht lesbar: Es verwendet einen neuen Algorithmus-Identifier, ein alter Verifier scheitert also trotzdem. Und Composite-Zertifikate sind etwas grösser als reine ML-DSA-Zertifikate, da sie zusätzlich den klassischen Schlüssel und die klassische Signatur enthalten.
Eine praxistaugliche Abfolge, um eine interne PKI auf Post-Quanten-Signaturen umzustellen:
Erfassen Sie jede CA mit Algorithmus, Schlüssellänge, Gültigkeit und Speicherort des Schlüssels sowie jeden Zertifikatsnutzer, der einen neuen Vertrauensanker benötigt. Eine Cryptographic Bill of Materials (CBOM) und ein Discovery-Scan liefern den Ausgangspunkt; Cryptographic Posture Management hält ihn aktuell.
| Ebene | Beispielhafte Wahl | Hinweise |
|---|---|---|
| Root-CA | ML-DSA-87 oder SLH-DSA-128s | Signiert selten; lange Gültigkeit |
| Ausstellende / Intermediate-CA | ML-DSA-65 | Signiert häufig; das Zertifikat steckt in jeder Kette |
| Endzertifikat (Server, Services) | ML-DSA-44 oder ML-DSA-65 | Grösse gegen die geforderte Kategorie abwägen |
| Hybride Ebene für gemischte Clients | Composite aus ML-DSA-65 + ECDSA P-256 | Wo eine Richtlinie eine klassische Komponente verlangt |
Der Algorithmus der ausstellenden CA muss einer sein, den die übergeordnete CA signieren kann und den die Verifier ihrer untergeordneten Zertifikate verstehen. Hängen Sie kein PQC-Intermediate unter eine klassische Root und nennen die Kette dann quantensicher: Ein Angreifer, der die Signatur der Root fälschen kann, kann die gesamte Kette fälschen.
Erzeugen Sie den Schlüssel der neuen Root in einem HSM oder Vault, niemals auf einer Workstation. Lassen Sie die bestehende klassische Root weiterlaufen. Während des Übergangs werden beide Hierarchien nebeneinander betrieben.
Dies ist der längste Schritt. Bringen Sie die PQC-Root in die Trust Stores der Betriebssysteme, in Container-Basis-Images, Java-Truststores, Profile des Mobile Device Management und in Geräte-Firmware. Die Verteilung des Ankers kostet zur Laufzeit nichts, solange er nicht genutzt wird; beginnen Sie also jetzt, auch wenn die Ausstellung später folgt.
Erstellen Sie ML-DSA-Intermediates unter der neuen Root. Stellen Sie eine Servicegruppe nach der anderen auf Endzertifikate aus der PQC-Kette um, mit automatisierter Registrierung (ACME, EST, SCEP oder CMP), damit die Erneuerung nicht von Personen abhängt.
Liefern Sie klassische und PQC-Ketten an die Clients aus, die jeweils dafür ausgelegt sind. Messen Sie Handshake-Grösse, Latenz und Fehler. Sobald eine Gruppe vertrauender Parteien vollständig PQC-fähig ist, stellen Sie für sie keine klassischen Zertifikate mehr aus.
Lassen Sie klassische Endzertifikate auslaufen, widerrufen Sie die verbleibenden, veröffentlichen Sie finale CRLs und entfernen Sie anschliessend die klassische Root aus den Trust Stores.
Das Zertifikatsmanagement von DuoKey in DuoKey Cockpit ist auf den oben beschriebenen Migrationspfad ausgelegt. Laut der PKI-Dokumentation von DuoKey:
Um Kubernetes cert-manager über ACME auf eine DuoKey-CA zu verweisen, verwenden Sie die Directory-URL der CA:
# ClusterIssuer, der cert-manager über ACME auf eine DuoKey-CA verweist
server: https://{cockpit-url}/api/pki/acme/{ca-id}/directory
Die Dokumentation von DuoKey gibt dieselbe Empfehlung wie dieser Leitfaden: PQC dort einsetzen, wo Sie beide Enden kontrollieren, und das hybride Composite dort, wo Sie mit klassischen vertrauenden Parteien interoperieren müssen, denn «not every browser, server or device understands ML-DSA / SLH-DSA yet».
Um herauszufinden, welche Zertifikate und Schlüssel zuerst umgestellt werden müssen, beginnen Sie mit dem kostenlosen Quantum Readiness Score.
Q: Was ist ein ML-DSA-Zertifikat?
Ein ML-DSA-Zertifikat ist ein X.509-Zertifikat, das für seinen öffentlichen Schlüssel und seine Signatur ML-DSA (FIPS 204) statt RSA oder ECDSA verwendet. Die Kodierung ist in RFC 9881 definiert. Es ist darauf ausgelegt, auch gegenüber Angriffen mit Quantencomputern sicher zu bleiben.
Q: Unterstützen Browser ML-DSA-Zertifikate?
Für das öffentliche Web noch nicht. Das CA/Browser Forum hat keinen Ballot verabschiedet, der ML-DSA in öffentlich vertrauenswürdigen TLS-Zertifikaten zulässt; öffentliche CAs können sie daher nicht für Websites ausstellen. Für private PKI halten die Protokolle des CA/B Forum vom Mai 2026 fest, dass die Unterstützung von ML-DSA-Vertrauensankern für private PKI in TLS 1.3 mit Chrome 150 ausgeliefert wird.
Q: Was ist der Unterschied zwischen ML-DSA und SLH-DSA?
ML-DSA (FIPS 204) basiert auf Gittern, mit Schlüsseln und Signaturen von einigen Kilobytes und schnellem Signieren. SLH-DSA (FIPS 205) stützt sich ausschliesslich auf Hashfunktionen, mit öffentlichen Schlüsseln von 32 bis 64 Bytes, aber Signaturen von etwa 7,9 KB bis 49,9 KB und langsamerem Signieren. ML-DSA eignet sich für die meisten Zertifikate, SLH-DSA für langlebige Roots und die Signierung von Firmware.
Q: Was ist ein Composite-Zertifikat (hybrides Zertifikat)?
Ein Composite-Zertifikat enthält einen kombinierten öffentlichen Schlüssel, zum Beispiel ML-DSA-65 + ECDSA P-256, und eine kombinierte Signatur, die nur gültig ist, wenn beide Teilsignaturen verifiziert werden. Definiert ist es im IETF-LAMPS-Entwurf draft-ietf-lamps-pq-composite-sigs, der sich in der Warteschlange des RFC Editor befindet, aber noch nicht als RFC veröffentlicht ist.
Q: Welchen ML-DSA-Parametersatz sollte ich verwenden?
ML-DSA-65 (Kategorie 3) ist ein sinnvoller Standard für Intermediates und Server. Verwenden Sie ML-DSA-87 (Kategorie 5) für Roots oder hohe Sicherheitsanforderungen und ML-DSA-44 (Kategorie 2), wo die Zertifikatsgrösse die wichtigste Einschränkung ist.
Q: Wie viel grösser sind ML-DSA-Zertifikate?
Ein ML-DSA-65-Zertifikat, das von einer ML-DSA-65-CA signiert wurde, enthält 5261 Bytes an öffentlichem Schlüssel und Signatur, gegenüber einigen Dutzend Bytes bei ECDSA P-256. Eine Kette aus zwei Zertifikaten plus die Handshake-Signatur fügt einem TLS-1.3-Handshake etwa 13,8 KB hinzu.
Q: Ist ML-DSA für X.509 standardisiert?
Ja. RFC 9881 (Oktober 2025) definiert die Algorithmus-Identifier für ML-DSA in X.509, und RFC 9909 (Dezember 2025) tut dasselbe für SLH-DSA. Beide sind Proposed Standards der IETF.
Q: Sollte ich hybride oder reine Post-Quanten-Zertifikate verwenden?
Verwenden Sie reines ML-DSA, wo Sie den Aussteller und alle vertrauenden Parteien kontrollieren. Setzen Sie Composite-Zertifikate ein, wo eine Richtlinie eine klassische Komponente verlangt oder Sie sich gegen Implementierungsfehler in PQC absichern wollen, und parallele klassische und PQC-Ketten, wo einige Clients rein klassisch bleiben.
Q: Kann ich heute schon eine Post-Quanten-Zertifizierungsstelle aufbauen?
Ja, für eine private PKI. Erstellen Sie eine PQC-Root in einem HSM oder Vault, verteilen Sie sie in Ihre Trust Stores und stellen Sie dann ML-DSA-Intermediates und Endzertifikate über automatisierte Registrierung aus. Betreiben Sie parallele Ketten, bis Ihre Clients bereit sind.
Eine Post-Quanten-PKI beginnt an der Spitze der Hierarchie und bei der Verteilung des Vertrauens, nicht beim letzten Endzertifikat. In der privaten PKI können Sie sie heute aufbauen und messen, während die Regeln für die öffentliche WebPKI noch geschrieben werden.
Geschrieben von
DuoKey Team
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